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1-4-4 hei si gseit: Samariterverein besichtigt die Sanitätspolizei Bern

Lo & Leduc haben mit ihrem Hit 079 dazu beigetragen, die Notrufnummer 144 allen Fans ins Gedächtnis zu rufen. Die Mitglieder des Samaritervereins Kehrsatz konnten einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Bereits 1904 wurde der Berner Rettungsdienst als „Gesundheitspolizei“ gegründet – damals mit einfachsten Rettungsfahrzeugen. Seither hat sich enorm viel entwickelt, nur das „Polizei“ im Namen blieb erhalten – obwohl man weder organisatorisch der Polizei unterstellt ist noch Polizei-Aufgaben übernimmt.

Auftrag Sanitätsnotrufzentrale 144 Bern

  • Flächendeckende Koordination aller sanitätsdienstlichen Mittel im Kanton (zu Wasser, Land und in der Luft)
  • Unterstützung der Rettungsteams
  • Vermittlung von weiteren Rettungsmitteln
  • Rasche, effiziente Reaktion bei Notrufen
  • Erteilen von 1. Hilfe-Anweisungen
  • Sicherstellung von Notfall- und Unfalleinsätzen
  • Organisieren von Kranken- / Verlegungstransporten
  • Ökonomischer Einsatz der verfügbaren Ressourcen
  • Vermittlung zum ärztlichen Notfalldienst
  • Adressenvermittlung von Notfallapotheken

Rund 40‘000 Notrufe gehen pro Jahr auf der Berner Nummer 144 ein, das sind 115 pro Tag. In der Regel wird innerhalb von 90 Sekunden über den Einsatz entschieden und ausgerückt. Nur bei Einsätzen mit Dringlichkeitsstufe 1 dürfen Blaulicht und Martinshorn eingesetzt werden. Bei solchen Einsätzen sind die Retter dann zu 94 % in 15 Minuten vor Ort.

Martin Müller, Fachstellenleiter Weiterbildung der Sanitätspolizei Bern und selbst seit vielen Jahren als Samariter tätig erläutert, wie wichtig genaue Angaben der Anrufer sind: „Ihr seid das Auge des Disponenten. Wenn Ihr 144 anruft, schildert so genau wie möglich was passiert ist.“

Die meisten Einsätze sind nicht Verkehrsunfälle, sondern allgemeine Notfälle, also akute Erkrankungen wie z.B. Herznotfälle. Auch für Wasserunfälle ist die Sanitätspolizei Bern trainiert. Rettungstaucher sind rund um die Uhr Einsatzbereit. Solche Einsätze sind extrem schwierig und häufig können die Retter nicht mehr helfen. Drum appelliert Martin Müller an alle Aarefans und Hobbyböötler, nüchtern und umsichtig ins bzw. aufs Wasser zu gehen.

Weitere Tipps und Infos des Rettungsprofis:

  • Auch wenn Euer Handy kein Netz hat kann die internationale Notrufnummer 112 funktionieren. Wählt man diese Nummer werden alle Provider überprüft: Swisscom, Sunrise… Wenn irgendein Netz vorhanden ist, dann erhältst Du als Emergency Call Zutritt zu diesem Netz.
  • Mit 112 erreicht man in ganz Europa und vielen anderen Ländern die Notrufzentrale.
  • Wer 112 anruft landet in der Schweiz zuerst bei der Polizei. Diese leitet dann an die Notrufzentrale weiter. Schneller geht’s also mit 144.
  • Die Rega hat eine App entwickelt, über die ein Notruf abgesetzt werden kann. Die Einsatzzentrale erhält dann den Standort direkt in der Landkarte auf dem Bildschirm eingeblendet. Des Weiteren überträgt die RegaApp auch Angaben zum Akkustand des Mobilgerätes und persönliche Informationen zum Alarmierenden, wie beispielsweise Sprache, Name und Alter, sofern diese vorgängig in der App hinterlegt wurden.

Bei grossen Veranstaltungen, wie z.B. dem Chäsitzerlouf, arbeiten wir Samariter eng mit der Sanitätspolizei zusammen. Mit diesem hochinteressanten Besuch konnten wir unser Verständnis der Abläufe verbessern und freuen uns auf die weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit.